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Estrangain Estrangain ist männlich
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Dabei seit: 22.05.2013
Beiträge: 2442

18.11.2017 12:57
H. P. Lovecraft - Der Fall Charles Dexter Ward
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Charles Dexter Ward ist ein junger Mann aus einer bekannten Familie, der sich mit seiner Familiengeschichte beschäftigt.
Dabei stößt er auf seinen in Verruf geratenen Vorfahren Joseph Curwen, der sich mit Alchemie und dämonischen Mächten eingelassen hat.
Seine beharrlichen Nachforschungen wecken Kräfte, die besser verborgen geblieben wären ...

Der Fall Charles Dexter Ward

Roman von H. P. Lovecraft

Originaltitel: The Case of Charles Dexter Ward, 1941

Gebundene Ausgabe

Aus dem Amerikanischen Englisch von Ailin Konrad

240 Seiten

Erschienen 2016

©www. Nikol-Verlag.de

__________________
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98865
Olivaro Olivaro ist männlich
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Beiträge: 7557

18.11.2017 13:08
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Schon verglichen mit Suhrkamp/Insel???

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Es dämmerte, ein Windstoß fuhr durch das welke Laub unter den Bäumen, dass es raschelte, drüben auf dem neuen Friedhof wurden die roten Lichter sichtbar, die die Leute an Allerseelen auf die Gräber gestellt hatten und die immer noch brannten. Ein Vogel hüpfte über den Weg und verschwand hinter einem Busch.

Fanny Morweiser: Laura

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98868
Estrangain Estrangain ist männlich
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Beiträge: 2442

18.11.2017 13:24
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Freilich.
Suhrkamp bleibt Suhrkamp Alt

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98872
Estrangain Estrangain ist männlich
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Dabei seit: 22.05.2013
Beiträge: 2442

30.11.2017 19:40
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Nikol veröffentlicht in diesem Band Lovecrafts umfangreiche Erzählung, die nicht mehr zu seinen Lebzeiten erschien: DER FALL CHARLES DEXTER WARD.
Geschrieben 1927 unter dem Titel THE MADNESS OUT OF TIME und 1941 erstmals veröffentlicht.

Erzählt wird die Geschichte des jungen und ambitionierten Genealogen Charles Dexter Ward, welcher im Verlauf seiner zunehmend exzentrischen Forschungen und ausgedehnten Streifzüge durch das alte und unbekannte Providence auf die Spuren eines aus den Annalen der Geschichte getilgten Vorfahren stößt, der aus der Vergangenheit Gewalt über ihn zu gewinnen scheint.
Der in Verruf geratene Hexenmeister Joseph Curwen sieht sich in unheiliger Voraussicht gezwungen, schon zu Lebzeiten einen Nachfolger in späteren Zeitaltern zu suchen und zu designieren, in welchen er – so mag die Zeit gekommen – zu schlüpfen vermag. Sein perfider Plan schlummert über die Jahrhunderte hinweg, bis der Titelheld der Geschichte von ihm angezogen wird und immer mehr in den Bann des Wahnsinns aus der Vergangenheit gerät, die ihn den Verstand und letztlich auch das Leben kostet.
Langsam aber stetig verschwimmen die Grenzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit, sowie zwischen Wahn und Realität mehr und mehr.

Die Geschichte spielt sowohl in den Zwanziger Jahren des 20ten Jahrhunderts, sowie in Rückblenden im Siebzehnten Jahrhundert. Schauplatz ist Providence in Neuengland, eine Gegend also, in der die Geschichte der Vereinigten Staaten mit am ältesten ist.
Dem Leser eröffnet sich die vordergründig simple Geschichte nach und nach.

Er führt seine Hauptakteure in die Irre, und zunächst ahnt nur der Leser langsam, wohin die Handlung eigentlich führt.
Er muss allerdings sehr genau aufpassen und ständig mitkombinieren, denn ansonsten verliert man sehr schnell den Überblick. Lovecraft verschachtelt seine Story nämlich immer mehr bis sie ein wenig sogar an eine klassische Detektivgeschichte erinnert:
In welcher Verbindung steht Charles Dexter Ward zu dem rätselhaften und scheinbar wie aus dem Nichts aufgetauchten Dr. Allen? Was haben beide mit dem längst zu Staub zerfallenen Joseph Curwen zu tun?
Wie erklären sich die seltsamen Stimmungsschwankungen und widersprüchlichen Verhaltensweisen der Titelfigur?

Diese Tragedy of errors treibt die Romanfiguren ganz langsam und allmählich, aber gleichsam unaufhaltsam in die Kulminanz des ultimativen Schreckens, der nicht mehr durch bloßes Wegsehen oder Ignorieren aufgehalten werden kann.
Die Geschichte endet letzten Endes dank des wackeren und tapferen Arztes Dr. Willett leidlich gut, obwohl die Hauptfigur nicht überlebt.
Der grässliche Schrecken der Vergangenheit erleidet sein gerechtes Schicksal ebenso, wie die tragische und unglückliche Titelfigur ihr verdientes Ende findet.

Nikol bringt diese klassische Horrorerzählung auf ca. 240 Seiten in einem sehr schönen gebundenen Büchlein heraus.
Neu übersetzt von Ailin Konrad, die sich dem Quelltext unbefangen nähert und ihn erstaunlich geschickt und unbefangen ins Deutsche überträgt.
Das Büchlein liest sich flüssig und fesselnd bis zur letzten Seite, obwohl es zuvor bereits in anderer Übersetzung erschien.
Fr. Konrad als Übersetzerin vermeidet es aber sehr geschickt und gekonnt, mit ihren Vorgängern gemessen zu werden. Ihre Version liest sich – trotz aller lektorischen Nachlässigkeiten – bis zur letzten Seite fesselnd und spannend.

Fazit:

Ich vergebe 5 von 5 Custodes

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