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Thema: Band 1208: Festung der Nacht
Das Gleichgewicht

Antworten: 5
Hits: 153

20.09.2020 22:50 Forum: PZ1201-1400

Am Anfang des Abschlussbandes wird Kelan direkt neuer Prior und darf damit die mysteriöse Chronik der Sterne lesen. Bekommen wir also endlich die wichtigen Antworten? Nein, das verschiebt Manfred Weinland erneut. Denn der vorherige Prior hat das Buch versteckt und Kelan muss es erst finden. Es gibt einen Trick, sie zu finden - aber auf den musst du selbst kommen. Sehr hilfreich. Das kann ja dauern.

Wirklich zum Suchen kommt er aber nicht. Denn die Ritter des „Inneren Zirkels“ wenden sich gegen ihn und sperren ihn in den Kerker. Werden sie alle vom bösen Thibaut kontrolliert und manipuliert oder ist es ein Heftromanzufall, dass die alle auf einen Schlag gleichzeitig von ihren Amuletten verdorben wurden?

Schade, ich hĂ€tte mir das subtiler gewĂŒnscht. Dass man erkennt, wie der Orden zwar rechtschaffene Ziele verfolgt, aber dabei gefĂ€hrlich fanatisch ist. Jetzt hat man auf einen Schlag plötzlich die klassischen Bösewichte. “Wir sind nicht lĂ€nger die uneigennĂŒtzigen HĂŒter des Viehs, das da draußen weidet! Von heute an beginnen wir damit, die Welt nach unserem Willen zu formen, umzugestalten, lebenswerter zu machen!“ Das geht mir alles zu schnell und einfach.

Naja, wie vom Autor gewohnt steckt hinter allem wieder mal eine mysteriöse namenlose EntitĂ€t. Thibaut wird auch nur als gelenkt. Aber wer oder was hĂ€tte dann die FĂ€den in der Hand gehalten, an denen er gefĂŒhrt wurde. Das erklĂ€rt einiges, dieser Unbekannte dĂŒrfte mit dem Amulett vielleicht mĂ€chtig genug sein, um die anderen Ritter zu bekehren. Vielleicht steckt Leonardo dahinter? Der neue Teasertext auf dem Cover klingt fĂŒr mich schon ziemlich danach.


Auf jeden Fall ist das alles wieder extrem dramatisch, episch und schlimm. Mit Thibaut an der Spitze - oder was immer ihn vereinnahmt hatte - wĂŒrden die MĂ€chte der Finsternis vollends die Oberhand gewinnen. Ohne es zu ahnen, stand die Menschheit am Scheideweg. Und Vielleicht hĂ€tte es einen Ausweg aus der Misere gegeben, wenn der ermordete Prior sich nicht darin gefallen hĂ€tte, Kelan die versprochene Chronik dahingehend vorzuenthalten, dass er ihre Inbesitznahme an eine letzte PrĂŒfung knĂŒpfte. Schon arges Pech, wa?

Jetzt soll es Kelan an den Kragen gehen. Kann er sein Leben in letzter Sekunde retten? Jeder Heftromanleser kennt die Antwort. Der Autor muss eingreifen und ihm die Lösung in den Kopf legen. Der Gedanke, der sich ihm unvermittelt aufdrĂ€ngte, schien gar nicht aus ihm selbst zu kommen, sondern ihm eingeflĂŒstert zu werden. 
 Aber nur noch halbherzig wehrte sich sein Verstand gegen den plötzlichen Einfall. Wie es im Heftroman sein muss geschieht das in allerletzter Sekunde, gleich wird Kelan geköpft. Basile holte mit der Klinge aus. Des RĂ€tsels Lösung ist also, dass im Einband des Buches ein weiteres Amulett versteckt ist, Kelan es aus einem Gedankenblitz heraus ruft und damit eine Waffe in der Hand hat, sich zu verteidigen? FĂŒr mich eine schwache Auflösung. Ich hĂ€tte sowieso lieber gesehen, dass der Vergangenheits-Protagonist das Buch selbst durch GrĂŒbeln findet. Wie ich konstruierte Handlungen mit zu starker Autorenhilfe hasse.

Kelan ist jetzt passiv allem ausgeliefert. Seine Seele verlĂ€sst den Körper und er sieht die Verunreinigung in den Amuletten der anderen. WĂ€hrenddessen rĂ€umt das Amulett von allein unter den verdorbenen Rittern auf. Und es zerbricht Kelans Ketten. ZurĂŒck in seinem Körper ist das kein Sieg fĂŒr ihn. Ich mag es eher, wenn die Charaktere sich ihre Rettung durch SchlĂ€ue oder Tatenkraft selbst erarbeiten und es nicht einfach passiert, weil sie halt die AuserwĂ€hlten sind. Das ist natĂŒrlich komplizierter aus der Sackgasse des nahenden Todes heraus zu schreiben. Meine ĂŒblichen Kritikpunkte ziehen sich durch die Heftromanserien.

Nun will der junge Prior aber mal einen Blick in das Buch werfen. Es ist der dritte Anlauf. Wird aber auch nichts. Nun sind sĂ€mtliche Seiten nĂ€mlich leer. Weil das Wissen alles im Stern steckt. Aber was genau das Wissen nun ist, darf der Leser einfach nicht erfahren. Deshalb geht es zurĂŒck in die Gegenwart.


Nicole wurde von einer unglaublich mĂ€chtigen mysteriösen unheimlichen EntitĂ€t entfĂŒhrt. Zamorra setzt sich mit Hilfe des Amuletts auf ihre Spur und begibt sich ins Unbekannte. Auf der anderen Seite ist natĂŒrlich auch wieder alles mysteriös und es gibt viele Fragen. Hier befindet sich auch Rufus Agadir, der Carrie Bird gerade seine frĂŒheren Erinnerungen als Kelan gezeigt hat. Die erwacht jetzt. Es verursachte Carrie fast körperlichen Schmerz, dass ausgerechnet an dem Punkt eine Unterbrechung der Lebensgeschichte erfolgte. Ich fĂŒhle mit ihr.

Es kommt in der Heftmitte zu einer kurzen Konfrontation zwischen Zamorra, Rufus Agadir und Carrie Bird. Worte mĂŒssen reichen. Immerhin erkennt Zamorra, dass er seine Ziehtochter leider unwiederbringlich an die dunkle Seite verloren hat. Als es doch noch ernst wird, flieht Zamorras Amulett einfach ohne RĂŒcksprache und lĂ€sst ihn doof stehen. Mhh, ich wĂŒrde mir sehr wĂŒnschen, dass das Amulettbewusstsein Taran mal wieder mehr ins Rampenlicht rĂŒckt. Vielleicht ist das hier ja ein SchlĂŒsselroman dafĂŒr. Jetzt könnte man den Meister des Übersinnlichen einfach vernichten, aber der erfahrene Heftromanleser weiß Du verdienst schon dieses unwĂŒrdigen Theaters wegen keinen schnellen, sondern einen qualvollsten Tod. 
 Wo er Zeuge der Erweckung wird. Nicht nur Zeuge, sondern Teil von ihr. So darf Zamorra unbehelligt weiter leben, damit er den Bösewichten spĂ€ter noch gut in den Arsch treten kann. Nicole ist leider nicht hier. Es scheint mehrere Dimensionsebenen der Nekropole zu geben und sie muss auf einer anderen feststecken.

Nach dieser klischeehaften Aktion des Gegenspielers geht es wenigstens wieder in die Vergangenheit. Ich warte immer noch auf meine Antworten! Verarscht, die bekomme ich wohl nie. Carrie musste sich nur noch an der richtigen Stelle einklinken - eingeklinkt werden -, dort, wo sie die Kette beim letzten Mal verlassen hatte, um nahtlos an das Vorgeschehen anzuschließen. So ganz schien es nicht zu gelingen. Es kommt zu einem Zeitsprung. Gerade dort, wo es wichtig wĂ€re. Kelan hat jetzt alles erfahren, was dem Leser verborgen bleibt, und fĂŒhrt ein Heer an. Man verlĂ€sst die Ordensburg. Aus GrĂŒnden. Es sind nĂ€mlich Jahre vergangen. (Jahre? Verdammt, was soll die LĂŒcke?! Du bist es mir schuldig! Ich will wissen, was in der Chronik steht! Du kannst mich nicht am ausgestreckten Arm
) Da fĂŒhlt man schon wieder mit Carrie mit. Schon im letzten Heft wurde man heftig neugierig gemacht und jetzt ĂŒberspringt Manfred Weinland diese Passage einfach. Der Leser ist dem ausgeliefert und kann nichts machen. Ich halte es fĂŒr durchaus möglich, dass er diese Kritik vorhergesehen hat und Carrie Bird bewusst das Sprachrohr gewisser Leser ist. So unschön ich den Zeitsprung und andere Dinge auch finde. Carries Gedanken sind ein nettes Trostpflaster.

Abgesehen von diesem Entzug wichtiger Informationen behandelt Rufus sie sowieso nicht gerade nett. So sieht Zamorra seine Chance, an Carrie zu appellieren. “Du tust mir leid. Selbst jetzt scheinst du noch den Beteuerungen, etwas ach so Besonderes zu sein, zu glauben. Aber wĂ€rst du das wirklich fĂŒr ihn, wĂŒrde er dich nicht so behandeln“. Hoffentlich klappt das nicht. WĂ€re mir wieder zu einfach und ausgelutscht.

Carrie verhĂ€lt sich Zamorra gegenĂŒber praktischer Weise nicht direkt feindselig und klĂ€rt ihn gern ĂŒber Rufus' Vergangenheit als Kelan auf. Dann geht es los mit dieser geheimnisvollen „Erweckung“. Doch Etwas 
 etwas stimmt nicht! Ein Inferno aus Amulettfeuer verzehrt sie alle. In der Gewissheit, nun niemals zu erfahren, was aus Nicole geworden war und was am Ende des von Kelan entfesselten Höllenfeuers stehen wĂŒrde, ergab er sich dem Unausweichlichen. Oh, wieder die obligatorische Szene, in der der Held mit seinem Leben abschließt, weil seine Chancen, hier heil raus zu kommen, in etwa derer eines Schneeballs in der Hölle gleicht? So, auch mal ein netter Schachtelsatz von mir. Kurz gesagt nutzt Rufus die Seelenenergie der Anwesenden, um in der Nekropole ruhende Ritter wiederzuerwecken. Wie fies. Zamorra hat sein abgehauenes Amulett nicht mehr und Carrie ist dem durch ihre verdorbene Amulettkopie genau so schutzlos ausgeliefert. Das sieht schlecht fĂŒr sie aus. Es ist wieder etwas extreme Hilfe angebracht. Bevor sie vergehen, finden sie sich plötzlich beide an der OberflĂ€che wieder. “Ich habe keine Ahnung, was passiert ist.“ Die anderen namenlosen AmulettrĂ€ger hat werauchimmer nicht gerettet, die sind fĂŒr den Roman auch nur unwichtige Statisten. Carrie weiß jetzt, dass Rufus Agadir sie betrogen hat. Was nicht heißt, dass sie wieder auf der guten Seite steht. Als die erwachten Ritter anrĂŒcken, teleportiert sie sich weg und lĂ€sst Zamorra zurĂŒck. Zamorra wusste, dass nicht noch einmal ein Wunder geschehen und ihn retten wĂŒrde. Dieses Mal gab es kein Entkommen. Nun, der Leser weiß es wieder besser. Rufus Agadir ist mit dem Ausgang des Tages zufrieden und verzieht sich mit seinen Mannen, Erzfeind Zamorra darf weiterleben. Äh...er hat wie versprochen lange genug gelebt, um der Erweckung beizuwohnen. Jetzt darf er wohl weiter leben, um Zeuge bei noch mehr erstaunlichen Ereignissen zu sein, oder so. Keine Ahnung, wieder macht Manfred Weinland es sich zu einfach. Kein ErklĂ€rungsversuch, nichts. Wie sage ich immer: Wenn ein Autor seine Helden in schlimme Scheiße hineinschreibt, muss er sie auch logisch wieder herausziehen. Oder bei Nebenfiguren konsequent ertrinken lassen. Was hier passiert hat nichts mit Können zu tun, das kann jeder.


Ok, Nicole ist aber immer noch verschwunden. WĂ€re ein netter Miniplot, wenn Zamorra sie suchen muss oder Nicole ihrerseits ĂŒber mehrere Soloabenteuer zurĂŒck zu ihrem geliebten Professor gelangt. Man muss nicht jedes schlimme Drama sofort und glĂŒcklich auflösen. Zuerst tauchte ihr Kopf, dann der Rest des Körpers ĂŒber dem Rand des Zustiegs auf. Zamorra konnte sich nicht erinnern, sie je schöner gesehen zu haben als in dem Moment. Dem Moment, als ihm bewusst wurde, sie nicht verloren zu haben. Da, ist er wieder. Der Moment, wo ich keinen Bock mehr habe. Schade. Dem gemeinen Heftromanleser ist wohl echt nichts mehr zuzumuten. So viele vertane Chancen fĂŒr meinen dĂŒsteren Geschmack. Was mir Nicole passiert ist, erfahren wir nur von ihrer ErzĂ€hlung. Sie war tatsĂ€chlich auf einer anderen Dimensionsebene der Nekropole und hat ihre eigenen EindrĂŒcke gesammelt. “Nun, das Ding, das beim Namen zu nennen ich mich die ganze Zeit scheue, ich kann es nicht anders beschreiben, als dass es wie ein Raumschiff auf mich wirkte. Ein riesiges, vor langer Zeit im Fels des Hochplateaus gestrandetes, außerirdisches Fahrzeug, dessen Besatzung ĂŒber Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende ums Überleben kĂ€mpfte, den Kampf aber am Ende doch verlor, obwohl sie sogar versuchten, die Nahrung, die sie gewohnt waren, durch die Toten zu ersetzen, die ihnen gebracht wurden. Am Ende war alles vergebens.“ Was habe ich noch im Heft zuvor gesagt? Irgendetwas aus dem All. Nur keine gottgleiche EntitĂ€t, sondern ein enormes fortschrittliches Alienrassenraumschiff. Sowas muss Weinland einfach unterbringen. Zum Schluss erfahren wir auch endlich eines der Geheimnisse der Chronik der Sterne, denn Nicole hat diese Infos zufĂ€llig erlangt. Leonardo. Der Schöpfer der Amulettkopien und zugleich der GrĂŒnder des Ordens, dessen Ritter meinten, dem Guten zu dienen, weil sie so umso leichtere Beute fĂŒr das Böse waren, hieß Leonardo deMontagne. Wie unerwartet.

Jedenfalls gibt es nun Rufus und seine RitterbrĂŒder, die mit den Amulettkopien verschmolzen sind und unfassbar gefĂ€hrlich. Der neue Feind. Als hĂ€tten wir nicht schon Fronten genug, dachte Zamorra. Geht mir genau so. Ich will endlich wieder ein gemeinsames Überthema, an dem alle Autoren mitschreiben. Bei dem zweiwöchigen Erscheinungsrhythmus bleibt dann aber wieder die neue Hölle ewig liegen. Von der hat man zum Beispiel seit ĂŒber einem Jahr nichts mehr gehört. Weil halt trotz allem jeder Autor sein eigenes Thema hat. Christian Schwarz hat schon lange keinen Zamorra mehr geschrieben. Er hĂ€lt sich momentan lieber bei Maddrax auf. Da musste fĂŒr das Höllenthema schon Kollege Schwichtenberg im Mai letzten Jahres einspringen.

Bevor ich mich gĂ€nzlich in meinem Geschwafel verliere nochmal kurz zurĂŒck zum Ende des Romans. Wo Rufus die ehemalige Ordensburg der Ritter betrachtet. Am Himmel ĂŒber ChĂąteau Montagne schob sich eine Wolke vor die Sonne, und Schatten fiel auf das Schloss, das kĂŒnftig zweigeteilt sein und im Idealfall beides beherbergten wĂŒrde: Licht und Dunkel, Macht und Ohnmacht, Sieger und 
 Verlierer 




So. Damit hat es sich dann. Irgendwie hatte ich mehr erwartet. Die ganze Handlung um die Truhe mit den Amulettkopien und ihre verdorbenen TrÀger, die uns seit August 2018 begleitet, war nur ein VorgeplÀnkel. Ja, das ist jetzt abgeschlossen und erledigt. Doch geklÀrt ist damit nichts, im Gegenteil. Es sind noch haufenweise Fragen offen und als Weiterentwicklung gibt es nun Rufus/Kelan und seine Ritter. Zamorra zieht sich so extrem. Bei Maxxdrax dauert ein Zyklus auch zwei oder mehr Jahre. Aber er wird konsequent fortgesetzt und man ist gespannt dabei (wenn einem die Art der Serie gefÀllt)

Wie erwartet habe ich an diesem kleinen Finalband mehr zu meckern, als an den VergangenheitsbĂ€nden um Rufus Agadir. Der Autor greift mir zu sehr ins Geschehen ein und lĂ€sst seine Protsgonisten an SchlĂŒsselstellen zu wenig selbst agieren. Chancen fĂŒr dĂŒsterere AusgĂ€nge bleiben ungenutzt, es gibt Rettungen in letzter Sekunde und wieso Rufus nicht mit Zamorra abrechnet, erklĂ€rt sich mir gar nicht. Er hat ihm etwas versprochen, er darf lange genug leben, um Zeuge der Erweckung seiner Ritter zu sein. Das ist passiert, nun muss er eigentlich sterben. Zumindest sollte Rufus das versuchen. Dass der Titelheld ĂŒberlebt, ist ja klar. Verschont der ĂŒberlegene Rufus Zamorra jetzt bei jeder Begegnung aus SelbstgefĂ€lligkeit lange genug, bis sich fĂŒr den Meister des Übersinnlichen eine Gelegenheit bietet, seinen Feind den vernichtenden Schlag zu versetzen?

Handwerklich bin ich soweit wie immer zufrieden. Ja, die extremen SchachtelsĂ€tze. Muss nicht sein. Ich persönlich habe kein Problem damit, aber es fĂ€llt schon ziemlich auf. Das wĂŒrde ich ihm rot anstreichen, man muss es ja nicht ĂŒbertreiben.

Im Vergleich zu anderen „Auflösungs“-Mehrteilern war dieser aber ruhiger und weniger ĂŒbertrieben. Die Geschichte um den Ritterorden ist nicht zu krass ĂŒbertrieben und passt fĂŒr mich bis hierhin gut in die Serie. Auch der Plan von Rufus und seine Motivation ergibt Sinn. Was fĂŒr mich ein Grund zur Freude ist, das geht schon eher in die Richtung des Weinlands, den ich frĂŒher so geliebt habe.

Puh. Auch wenn ich viele Dinge kritisiert habe, wĂŒrde ich dem Roman gern knappe großes Grinsen großes Grinsen großes Grinsen großes Grinsen großes Grinsen großes Grinsen großes Grinsen großes Grinsen Baff Baff (8 von 10 Amuletten) geben. Insgesamt bin ich mit der Tetralogie völlig zufrieden. Das ist PZ auf dem hohen Niveau, wo ich sie Serie gern habe. Es wĂ€re besseres möglich gewesen, aber mit meinen AnsprĂŒchen mĂŒsste da ein echtes Highlight her. Oder Anika KlĂŒver, den kann ich mir jetzt doch nicht verkneifen. großes Grinsen (Soll nicht gegen die anderen Autoren geben, die sich auf MĂŒhe geben und gut schreiben. Ihr könnt es vermutlich nicht mehr hören.)


PS. Werkstattberichte sind immer schön. Ich hĂ€tte gern mehr gelesen, aber es sind ein paar interessante Aussagen dabei. Dass Manfred Weinland zum Beispiel nicht die Auffassung teilt, dass jeder Autor nur seine eigene Baustelle abhandelt. Und dass er rĂŒckblickend Dinge erkannt hat, die er hĂ€tte besser schreiben können. Vielleicht sind das aus seiner Sicht Dinge, die mir gar nicht aufgefallen sind oder die mir sogar besonders gut gefallen haben. Man weiß es nicht.

Thema: 123 - Alvas Feuerkuss
Das Gleichgewicht

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20.09.2020 22:15 Forum: WortArt

Na bitte, ohne das Verheddern in Zeitparadoxa machen die Hörspiele mit einem einfacheren Gruselfall wieder viel mehr Spaß. Jane Collins ist zwar von der Seele des Rippers befreit, aber immer noch schwer traumatisiert. Die Gegenseite gönnt ihr keine Ruhe. Asmodis hat schon die nĂ€chste Falle fĂŒr sie vorbereitet.

Deshalb fahren John und Bill mit ihr ausgerechnet dorthin, wo man bereits auf sie wartet, damit sie Alvas Feuerkuss empfangen kann. Dass sie vor Ort in eine Falle gelockt werden, ist glaubhaft und wurde auch wunderbar umgesetzt. Mir fehlte nur noch eine Manipulation, die sie dorthin bringt. Ich habe auch erst gar nicht verstanden, was sie hier ĂŒberhaupt wollen. Jane soll sich „im Kloster“ erholen. Es gibt im Hörspiel keinen Hinweis darauf, dass es sich um St. Patrick handelt. Darauf bin ich erst gestoßen, als ich die Vertonung mit dem Romaninhalt verglichen habe. Es könnte sich genug so gut um ein x-beliebiges Kloster zur Erholung handeln. Dorthin hĂ€tte Asmodis sie zum Beispiel gezielt steuern können. Es wird zwar von Alva erwĂ€hnt, dass der Teufel seine Ohren ĂŒberall hat. Doch das reicht mir nicht. Wenn Asmodis wirklich allwissend wĂ€re, wĂ€ren die Helden nirgends mehr sicher. Naja, so ist es am Ende nur einer dieser extremen HeftromanzufĂ€lle. Sie hĂ€tten auf dem Weg zum Kloster nur eine leicht andere Route nehmen mĂŒssen und die Bösewichte wĂŒrden heute noch verdattert auf sie warten.

Aber so gehen Jane und Bill der Hexe und Pernell Kent in die Falle, wĂ€hrend John abgelenkt ist. Ihr eigentlicher Auftrag lautet, Jane Collins zu töten und ihr den WĂŒrfel abzunehmen. Dennoch sind sie so doof, sich erst um Bill zu kĂŒmmern. Jane haut in einem unbeobachteten Moment einfach aus der HĂŒtte ab. Sie kommt nicht weit und muss sich mit Kent herumschlagen, wĂ€hrend Bill Alva ausgeliefert ist. John taucht natĂŒrlich in letzter Sekunde auf. Sowohl bei Jane als auch bei Bill ist es höllisch knapp. Am Ende ist es trotzdem Jane, die das Trio rettet. Eine der starken Szenen des Hörspiels, wie sie kurzzeitig Kontrolle ĂŒber den WĂŒrfel erlangt und seine KrĂ€fte einsetzt.

Bill geht es zwar nicht an den Kragen, aber er wird wohl ein Leben lang eine sichtbare Narbe auf der Brust tragen. Mhh, wenn das im Roman auch so war, wurde darauf nochmal eingegangen? In den aktuellen Co-Autoren-Heften juckt Johns Narbe wenigstens auch mal hin und wieder. Jedenfalls mag ich es, wenn die Charaktere nicht so einfach davon kommen.


Nun bin ich auf Plan B mit den Horror-Reitern gespannt und hoffe, dass er auch so packend wird, wie Alvas Feuerkuss. Ein SEHR GUTes Hörspiel mit einem harten Kampf der Helden und einer wunderbar inszenierten Weiterentwicklung von Jane Collins. Genau so wĂŒnsche ich mir die Edition 2000 (oder wie nennt man die Hauptreihe der JS Hörspiele inzwischen?)

Thema: Voting John Sinclair Nr. 2141 - 2160
Das Gleichgewicht

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20.09.2020 20:13 Forum: Cover-Charts

1) Nr. 2148 Die Blonde, Vampire und ich
2) Nr. 2152 Der Spuk, die Hölle und wir
3) Nr. 2144 Blutzeit
4) Nr. 2150 Diener des Wahnsinns
5) Nr. 2146 Dunkle Saat

Thema: Voting John Sinclair Nr. 2121 - 2140
Das Gleichgewicht

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20.09.2020 20:09 Forum: Cover-Charts

Oh. Ohne Schriftzug und andere Elemente wirkt das Siegercover sogar noch besser. geschockt

DafĂŒr gefĂ€llt mir Platz 2 wieder ĂŒberhaupt nicht. Muss ja ausgeglichen sein. großes Grinsen

Thema: Band 2202: Die Sinclair-Bibel
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20.09.2020 20:07 Forum: JS2201-2300

Zitat:
Original von Wolf55
Zitat:
Original von Das Gleichgewicht

Vielleicht wird die Bibel des Baphomet erwÀhnt, wÀre immerhin etwas.


Tja, entweder in die Vorschau oder den von iceman76 erstellten Thread geguckt - brÀuchtest Du Dich das nicht zu fragen ... Augen rollen


Wieso? Wo steht das denn?

Thema: Band 2205: Der BlutrÀcher aus der Vergangenheit
Das Gleichgewicht

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18.09.2020 17:55 Forum: JS2201-2300

Zitat:
Original von Tulimyrsky
Zitat:
Original von Das Gleichgewicht
Damit ist Stefan Carl-McGrath also wohl leider kein neuer Co-Autor, sondern nur Leser und Fan, von dem es keine weiteren Romane geben wird.


Das weißt du doch nicht... vielleicht schreibt er gerade an weiteren Romanen...


Deshalb auch "wohl", weil ich das vermute und nicht weiß. Augenzwinkern

@Icy
Na fein. Das klingt gut fĂŒr mich. Ich bin echt gespannt, wie mir der Roman gefĂ€llt.

Thema: Band 2205: Der BlutrÀcher aus der Vergangenheit
Das Gleichgewicht

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17.09.2020 17:23 Forum: JS2201-2300

Das ist dann also der Roman zur bereits im Podcast erschienenen Lesergeschichte. Was bin ich froh, dass ich die noch nicht gehört habe und ganz neugierig-frisch da ran gehen kann.

Damit ist Stefan Carl-McGrath also wohl leider kein neuer Co-Autor, sondern nur Leser und Fan, von dem es keine weiteren Romane geben wird.

Thema: Band 2201: In schwarzer Tiefe
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16.09.2020 17:45 Forum: JS2201-2300

Die kleine Tochter einer Familie findet beim Badeausflug am Bodensee ein seltsames Ei. Das gehört einer Drachenmami, die ĂŒber den Diebstahl nicht gerade froh ist und sich das Ei zurĂŒck holen will. Der tapfere Familienvater stellt sich der gefĂ€hrlichen Bestie entgegen. Mit einer „fast vollen Wasserflasche“. Bumms, haut er die dem Drache auf die Augenregion und verscheucht ihn tatsĂ€chlich damit fĂŒr den Moment. Sie fahren davon. NatĂŒrlich hat die Tochter das Drachenei noch bei sich. Wieso auch zurĂŒck lassen, das muss unbedingt mit.

Drachenmami sucht die folgenden Tage wohl am Bodensee weiter nach dem Ei, das lĂ€ngst nicht mehr hier ist. In Anlehnung an unsere schottische Nessie hatten die deutschen Medien das gesichtete Monster „Bodi – das Ungeheuer vom Bodensee“ genannt. Und wenn diese Meldung es tatsĂ€chlich in eine Londoner Radio-Morning-Show geschafft hatte, dann wollte ich gar nicht wissen, wie die Lage in Deutschland aussah. Bodi, wie niedlich!

Zum GlĂŒck wird die Angelegenheit nach dem Einstieg ein wenig sinniger. Die Eltern haben das Drachenei den Behörden zur Untersuchung ĂŒbergeben. John wird also nicht wegen einer neuen Lokalschauergeschichte hinzugezogen, sondern weil es handfeste Beweise dafĂŒr gibt, dass in diesem Ei ein Ungeheuer heranwĂ€chst. Er kann das fĂŒr Harry ja mal mit dem Kreuz untersuchen.

Am Bodensee gibt es nicht nur Drachenmami, sondern auch die Nixe oder Wassernymphe Nana, die mit dem Drache befreundet ist. Sie hat eigene Probleme, denn sie muss irgendwie junge MĂ€dchen an der Grenze zum Erwachsenenalter ködern. Zum GlĂŒck steckt gerade eines einen magischen Kieselstein ein, das ist wohl wichtig.

John macht den obligatorischen Kreuztest am Ei. Nichts passiert. Schön, mit einem DĂ€mon haben sie es hier schonmal nicht zu tun. Aber wo der GeisterjĂ€ger gerade hier ist, kann der Minidrache ausgerechnet jetzt gleich mal schlĂŒpfen. John darf sogar Geburtshelfer spielen. Sie zuckte mit den Schultern. „Tun Sie, was Sie nicht lassen können.“ Sicher, die Biologen wĂŒrden ihn einfach machen lassen statt ihn zur Seite zu bitten und das als Experten selbst zu ĂŒbernehmen. Die Autorin will eben unbedingt, dass John eine Beziehung zu dem Baby aufbaut. Irgendwie fĂŒhlte ich mich fĂŒr dieses kleine Wesen verantwortlich. Deswegen folgt auch ein wenig Drama, weil das Kleine ziemlich schwach ist und zu sterben droht. Schnell wird jemand herbeigerufen, das dem Drache frischen Sauerstoff zufĂŒhrt. Ok, das Drachenbaby ist geschlĂŒpft. Kann man nichts machen. Kommt jetzt endlich jemand auf die Idee, das Tierchen schnell zu seiner Mami zurĂŒck zu bringen, bevor es richtig Ärger gibt?

ZurĂŒck zum anderen Thema. Bei einem MĂ€dchen, das gerade erwachsen wird, denke ich eher an eine dreizehnjĂ€hrige. Stattdessen hat die sechzehnjĂ€hrige Aysel Nanas magischen Stein gefunden und mitgenommen. Daheim hat die gerade den ĂŒblichen Teenagerstress mit ihren Eltern. Damit ist sie empfĂ€nglich fĂŒr die Lockungen der Nixe, die sich zu sich nimmt.

Im Labor ist John weiter damit beschĂ€ftigt, seine Bindung zum Drache zu festigen. Harry neben mir verdrehte die Augen und grummelte leicht genervt meinen Namen. Aber warum sollte ich denn nicht mit einem Drachen kuscheln? Och, wie sĂŒĂŒĂŒĂŒĂŒĂŸ. Endlich kommt man auf den Punkt. Können wir es nicht einfach am Bodensee aussetzen und zu seiner Mutter bringen? Das lehnen die Biologen ab, weil es das Ökosystem gefĂ€hrden wĂŒrde. Dieses fremdartige Wesen könnte ein „ungeahntes biologisches Chaos“ anrichten. Puh, wenn man bedenkt, wie all die auf der Erde gestrandeten oder lebenden Monsterkreaturen im Serienverlauf dem Ökosystem geschĂ€digt haben. Was mir auch fehlt ist eine Einmischung von John als Experte. Drachen sind nun nichts neues in der Serie. Oder vielleicht mal Myxin einschalten? Man hat genĂŒgend VerbĂŒndete, die sich mit unirdischen Tieren echt gut auskennen. Stattdessen wird jetzt so getan, als wĂ€re das eine Einzigartigkeit und komplett neue Situation. FĂŒr die Wissenschaftler sicher, aber zufĂ€llig ist eben eine der Personen mit im Raum, die aktiv mit ihrer Meinung helfen könnten.
Was macht ein verantwortungsvoller GeisterjĂ€ger also dann? Kaum hatte sie den Raum verlassen, wechselten Harry und ich einen Blick und machten uns leise und unauffĂ€llig aus dem Staub. Niemand hielt uns auf, Bodi schlief noch immer auf meiner Brust. Denn “Ist Wasserdrachendiebstahl in Deutschland ein Straftatbestand?“ Man hat zwar noch keine Ahnung, wohin mit dem Drache, aber egal. Genau so wie die Konsequenzen ihres Handelns, egal. Da fĂ€llt mir echt nichts mehr ein.

Nana hat jedenfalls Aysel in ihr Reich gezogen. “Nicht das Ei, sondern das Wesen, das sich darin befindet. Du wirst ein Teil von ihm werden, so wie ich diesen Weg vor dir gegangen bin. Es ist ein Anfang, wie eine geschlossene BlĂŒte im FrĂŒhling, die erst noch wachsen und sich öffnen muss, damit daraus eine zarte Blume entsteht.“ Das klingt erstmal ganz toll romantisch. Heißt aber nur, dass die Seele eines jungen MĂ€dchens geopfert wird, um in das Drachenei einzugehen. (Oder der Körper und nicht die Seele, wie sich spĂ€ter heraus stellt.) Darauf hat Aysel nun wirklich keine Lust und unternimmt einen vergeblichen Fluchtversuch, bei dem sie stirbt.

John und Harry kommen erstmal in einem Hotel unter. Bodi wird in der gefĂŒllten Badewanne abgeladen. Wie schnell wachsen diese Viecher eigentlich, wenn sie bald so groß wie Mama sein wollen? Offenbar sehr schnell, ein weiteres Problem fĂŒr die frischen Dracheneltern. Eins war geblieben, er ging genauso auf Kuschelkurs wie gestern. Na Hauptsache das.

Pia ist das nĂ€chste MĂ€dchen, das es erwischt. Man braucht ja Ersatz fĂŒr Aysel. Ihr Freund hat gerade per WhatsApp Schluss gemacht und sie hat damit zu kĂ€mpfen, als sie durch einen magischen Stein in ihrer Jackentasche geholt wird. Dieses mal gibt es einen Zeuge. Der ertrinkt zwar aber als seine Leiche gefunden wird, geht es fĂŒr die Ermittler ab zum Tatort. Auch Aysel wird tot aufgefunden. Bodi nehmen sie mit, den können sie nicht allein lassen. Er muss sich in einer Tasche verstecken, was natĂŒrlich nicht so reibungslos funktioniert. “Nicht, Bodi, bleib in der Tasche, sei ein braver Drache!“ Leider war er kein Hund und hörte kein bisschen auf meine Anweisung. Im Gegenteil, er drĂ€ngte aus der Tasche und schien sich ĂŒber meine maue Gegenwehr zu belustigen. Hach, was fĂŒr ein niedlicher Frechdachs. Gerade am Bodensee entwischt er John aber und huscht ins Wasser davon. Super hinbekommen, GeisterjĂ€ger!

Da der durchschnittliche urige Lokalpolizist die alten Legenden kennt und nicht fĂŒr totalen Blödsinn hĂ€lt, befragen John und Harry den Kollege vor Ort. Hm, ich kenne da in der Tat eine Legende, die mir meine Großmutter immer erzĂ€hlt hat. Wie sollte es auch anders sein? Dass eine Legende aus der Steinzeit vor tausenden von Jahren bis heute erhalten blieb und die Botschaft auch noch halbwegs unverfĂ€lscht ist, halte ich fĂŒr ziemlich unwahrscheinlich. Die ĂŒbliche Mittelaltersage hĂ€tte besser gepasst. Nun geht es also ganze 4000 Jahre zurĂŒck, wo die Sache ihren Anfang nahm. Dort findet Nana als junges MĂ€dchen auch einen liebenswerten kleinen Drache und nimmt ihn mit nach Hause. Ihre Eltern sind gar nicht erfreut und wollen ihn den Göttern opfern. Trotzdem kĂŒmmert sich Nana weiter um das sĂŒĂŸe Wesen und setzt es schließlich heimlich im heutigen Bodensee aus. Aber wen opfert man jetzt wie versprochen den Göttern? Tja. Arme Nana, die sich in ihrer kindlichen NaivitĂ€t in eine ausweglose traurige Lage gebracht hat.

Im oder am Bodensee leben also Drachen. Da stellt sich die logische Frage “Gibt es hier am See irgendwo Höhlen?“ DarĂŒber kommen sie der Lösung einen Schritt nĂ€her. Es geht auf Tauchtour. Hier war nur Natur. Purer und ursprĂŒnglicher, wie sie wohl kaum sein konnte. Trotzdem frage ich mich, wie sich im Bodensee – egal wie abgelegen und tĂŒckisch - eine Höhle befinden kann, die noch nicht entdeckt wurde. Mit einem ruhenden Wasserdrache darin. Schließlich entdecken sie die richtige Höhle. FĂŒr John ist der Plan simpel. “Ich schwimme in die Höhle und rette die holde Maid vor dem Drachen.“ An der Höhlenwand sieht John eine Zeichnung, eine erschreckende Entdeckung. Dabei gab es nicht zwei Wesen oder Personen. Drache und MĂ€dchen waren eins. Eine Drachenjungfrau. Nana ist mit dem Drache irgendwie verschmolzen und jetzt stellen sie sich John. Dabei sind doch noch gut zehn Seiten ĂŒbrig, das Finale kann es nicht sein. Deshalb flieht der Drache erstmal. Harry befindet sich gerade im Wasser, um John hinterherzuschwimmen, als der Drache auftaucht. Mit weit aufgerissenen Augen beobachtete er, wie der riesige Kopf des Wasserdrachens ohne Vorwarnung aus dem Wasser schoss und Harry wie einen Flummi hoch in die Luft schnellte, als wĂ€re er kein Gegner, sondern ein Spielzeug. Der BKA-Sonderermittler versank schreiend im See. Die darauffolgende Stille war unertrĂ€glich. Das wird ja nochmal richtig dramatisch, es brennt an allen Ecken und Enden. Trotz der unmittelbaren Gefahr taucht John nach seinem Freund. Er findet ihn, doch auf dem Weg mit dem bewusstlosen Harry nach oben, wird ihm die Luft knapp. Oh weh! Zum GlĂŒck erscheint ein unerwarteter Helfer. Bodi, mein kleiner Drachenfreund, blickte mich an! Wo kam der denn her? Und er verstand meine Lage ganz genau. So schaffen es zurĂŒck auf ihr Boot. Wo die Drachennixe angreift. Klein Bodi mag Onkel John aber mehr und stellt sich auf seine Seite. Mama darf nicht seinen Freunden weh tun. John köpft den Drache dann doch mit dem Bumerang. Schon ein kleiner Schock fĂŒr mich, nach dem bisherigen Handlungsverlauf hĂ€tte ich mit einem Happy Ending gerechnet. Und auch Nana stirbt, da sie ja mit dem Drache verwachsen ist. Was ist mit Bodi? Ich verstand eins: Nicht seine tote Mutter, nein, ich war fĂŒr ihn die Bezugsperson. In den langen Jahren, die ich diesen Job jetzt schon machte, hatte ich schon so einiges mitgemacht, aber Drachenpapa war ich bisher nie gewesen. Was macht man jetzt mit dem? Ich bleibe dabei, das Atlantis-Trio könnte hier sicher helfen. Oder man zaubert einfach jemand anderes aus dem Hut. “Hallo, Ryan“, begrĂŒĂŸte ich ihn. Die Drachen kommen nĂ€mlich aus Aibon und John steht ein schwerer Abschied bevor, als der Ryan Bodi und seine beiden inzwischen geschlĂŒpften Drachengeschwister mit sich nimmt. Ok, er hĂ€tte auch auftauchen können, als Mama noch gelebt hat. Oder am besten direkt vor 4000 Jahren nach den Drachen suchen, als sie frisch durch einen Dimensionsriss auf der Erde gelandet waren. Erst als er die magische Grenze zwischen den Dimensionen passiert hatte, blickte er sich ein letztes Mal zu mir um. Wehmut lag in seinen roten Augen. „Ich werde dich auch vermissen ...“, murmelte ich nahezu unhörbar. TschĂŒss klein Bodi. Aber vielleicht ist es kein Abschied fĂŒr immer. Ich hoffte, dass ich die drei – allen voran Bodi – irgendwann wiedersah.



Man muss sich jetzt zu allererst eines klar machen. Inzwischen schreiben nicht mehr nur „echte“ Autoren Sinclairromane, sondern auch Leser. Ok, Marques und Hilleberg waren auch mal Leser und zum Schriftsteller gibt es sowieso keinen Berufsabschluss. Aber sie haben Talent und ein hohes Schreibniveau. Wohingegen sich Marlene Kleins Geschichte hier eher wie eine ausfĂŒhrliche Leserseitengeschichte anfĂŒhlt. Und ein gewisser Herr Steinberger muss seinen Fanbeitrag ĂŒber mehrere Hefte verteilt unterbringen. Wie schreibt die Autorin in ihrem Portrait auf der Leserseite treffend? Ich sah die ganzen Autoren auf der BĂŒhne und dachte: Das will ich auch! Die Möglichkeit gibt es nun wohl fĂŒr Fans mit einem Mindestmaß an Können und Motivation.

Aber zur Geschichte an sich. WĂ€re die Drachenmama am Ende nicht gestorben, könnte das ein prima Heft fĂŒr Jugendliche und Kinder sein. Die Handlung ist demnach auch nichts besonderes. Gibt es hundertfach in FantasybĂŒchern oder Filmen. Ich mag es eher dĂŒster. Dass John sich um den kleinen Bodi kĂŒmmert, ist fĂŒr mich kein Niedlichkeitsfaktor oder Pluspunkt. Ich bin jemand, der sich dann eher fragt, wie unverantwortlich das ist und dass es ja schief gehen muss. Oder soll, ein wenig Chaos ist da vorprogrammiert.

So bleiben auch genug Logikfragen offen. Die Handlung muss passend gemacht werden. Was soll jetzt die VerjĂŒngung der Drachenmutti? Gab es nicht. Wieso muss man die MĂ€dchen mit den Drachen vereinen? Alle drei Kleindrachen werden jetzt auch ohne in Aibon glĂŒcklich. Da fĂ€ngt es schonmal bei den GrundsĂ€tzen an.

Da die Geschichte von der Machart nichts fĂŒr mich war, fĂ€llt mir eine Bewertung schwer. Marlene Klein schreibt nicht schlecht, fĂŒr einen Fanbeitrag liest es sich völlig ausreichend. Aber die Konkurrenz ist hart. Hilleberg und Marques sind meiner Meinung nach geborene Schriftsteller, die könnten auch BĂŒcher herausbringen.

Ich zitiere nochmal aus dem Autorenportait: Jeder Roman, jeder Autor, jeder Stil ist anders, und alle haben ihre Fans und Daseinsberechtigung. Von dieser neuen Vielfalt hat JS (auch wenn ich selbst am Anfang skeptisch war, das gebe ich zu) nur gewonnen. Ich bin ein klitzekleines bisschen stolz darauf, mit der verschwindend geringen Menge von einem Roman meinen Beitrag dazu geleistet zu haben, dass unser aller Lieblingsserie fĂŒr immer weitergehen möge. Genau so sehe ich das auch. Und das trifft es fĂŒr mich ziemlich gut. Ein netter Beitrag zur Serie, der definitiv die stilistische Vielfalt bei JS erweitert.


großes Grinsen großes Grinsen großes Grinsen großes Grinsen großes Grinsen großes Grinsen Baff Baff Baff Baff (knappe 6 von 10 Kreuzen) Kein top geschriebener Roman, der wegen vieler Kritikpunkte bei mir auf ein Mittelmaß zurĂŒckfĂ€llt. Sondern eine von vorn bis hinten solide Geschichte. Reicht mir. Ich bin mir sicher, die Autorin hatte beim Schreiben viel Spaß und es freut mich, dass sie sich diesen kleinen Traum erfĂŒllen konnte. smile


PS. Ich bin gespannt auf RĂŒckmeldungen, schreibt mir doch vielleicht einen Leserbrief. SpĂ€testens jetzt könnte Leni sich doch nach dem Basteiforum hier mal anmelden. Sind wieder dreieinhalb Word Seiten bei mir geworden, fĂŒr die Heft-Leserseite ist das nichts.

Thema: GlĂŒckwunsch-Thread...
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16.09.2020 17:40 Forum: Talk

Tja, ich bin zu spÀt. Alles Gute dir nachtrÀglich, TurboKid. Kuchen

Thema: Beliebteste und unbeliebteste (wiederkehrende) Charaktere bei ZAMORRA
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16.09.2020 17:40 Forum: Professor Zamorra

Lox meint bestimm Bibleblack oder?
FĂŒr mich gehört auf jeden Fall Fu Long noch dazu.
Ich mag graue Charaktere.

Stygia hingegen ist eine schöne Trash-Bitch wie Lady X damals. Statt wĂŒtend mit der MP zu ballern, tötet sie nur wĂŒtend irgendwelche Zivilisten.

Charismatische Bösewichte sind auch immer gut. Finn Craston ist New York doch damals entkommen. Augenzwinkern

Oberfiesling Leonardo ist auch gut, soweit ich von ihm gelesen habe. Schade, dass ich seine Zeit damals verpasst habe.

Wenn ich ehrlich bin wĂŒnsche ich mir, dass Merlin tot bleibt. Ein mutiger Schritt, ihn rauszuschreiben. Ihn nur aus Fanservice durch LEGION wiederzubeleben, ist fĂŒr mich der falsche Schritt.

Wenn ich lĂ€nger darĂŒber nachdenken wĂŒrfe, fielen mir sicher auch weitere Namen ein. Wie Sara Moon zum Beispiel. Schön arrogant als Herrin von Caermardhin.


Richtige Hasscharaktere habe ich weniger. Viel mehr welche, die ich einfach uninteressant finde. Fooly zum Beispiel hat mich genervt und Faolan nervt mich jetzt. Humor in Gruselromanen ist bei mir ganz kompliziert. großes Grinsen

Thema: Unbeliebteste Charaktere
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16.09.2020 17:31 Forum: Frage und Antwort

Nee, die hier
https://de.wikipedia.org/wiki/Cressida_Dick

Den echten Namen wollte Dark dann lieber doch nicht nehmen, so wie John immer ĂŒber sie herzieht. großes Grinsen

Thema: John Sinclair-Romantitel-Vorschau
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15.09.2020 18:44 Forum: Sonstiges

Zitat:
Original von Sinclair
Zitat:
Original von Myxin der Magier
Schön, wenn man noch den Sinn in Heftromanen sucht und auch findet. großes Grinsen

Ach ja, ich werde nicht verstummen als Co-Autor. Drohung oder Versprechen? großes Grinsen


Das ist doch mal ein hoffnungsvolles Versprechen. Daumen_hoch


Oder eine Drohung, die besser nicht leer bleibt. großes Grinsen


Ich werde auch weiterhin deine Sinclairs und Zamorras ausgiebig rezensieren. Da stellt sich fĂŒr die die gleiche Frage. Hehehe.

Thema: So, dann will ich auch mal ...
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14.09.2020 19:03 Forum: Vorstell-Ecke

Zitat:
Original von alexprasse
Zitat:
Original von Das Gleichgewicht
Falls du zu den gelesenen Zamorras oder Dorian Hunter paar Zeilen schreiben und die Romane bewerten möchstest, nur zu. DafĂŒr sind die Rezi Threads ja da und bei Zamorra ist eh viel zu wenig los. großes Grinsen


Darauf komme ich gerne zurĂŒck ... wenigstens um meine Gedanken zu den einzelnen Romanen mitzuteilen ... auch wenn ich in Rezensieren kein Profi bin ...
Augenzwinkern


Danke. Ich lese andere Meinungen immer gerne. Profi ist hier niemand und ein Absatz muss nicht schlechter sein als große TextwĂ€nde. Soll in erster Linie Spaß machen, seine Gedanken niederzuschreiben und sich vielleicht mit anderen Lesern auszutauschen.
Daumen_hoch

Thema: 122 - Inferno in der Alptraum-Schlucht
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14.09.2020 19:00 Forum: WortArt

Ich muss erstmal kramen. Es ist schon eine Woche her, dass ich mir das Hörspiel gegönnt habe. Zu einer Rezi konnte ich mich im Anschluss nicht aufraffen. Um der Geschichte ĂŒberhaupt eine Chance zu geben, muss man das Zeitparadoxon komplett ignorieren. Es geschieht ja alles in der Vergangenheit. Teilweise wird auch darauf eingegangen. Zum Beispiel meint John, dass er den Schwarzen Tod hier nicht töten darf. Umgekehrt kann der Schwarze Tod ihn aber schon erledigen. Wo ist da der Sinn?

Man versucht nun auf dem Planeten der Magier zu ĂŒberleben. Dass man dort ĂŒber eine Falle der Gegenseite gelandet ist, mag Pech sein. Stellt sich am Ende aber als riesiger GlĂŒcksfall heraus. Sonst hĂ€tten sie keine Möglichkeit gehabt, die Alptraumschlucht zu erreichen und Jane zu retten. Überhaupt ist das ziemlich hoch gepokert. Zum GlĂŒck treffen sĂ€mtliche Ereignisse haargenau so ein, wie man es braucht. Nicht nur wird Janes Seele freigegeben, sie ist auch vom Ripper befreit. Perfekt, hĂ€tte die Hexe nicht nach dem WĂŒrfel gesucht, hĂ€tte sie zwar noch ihr Herz, aber auch den Geist des Rippers in sich. Ich habe eine starke Abneigung gegen Geschichten, in denen den Helden viel schlechtes passiert und plötzlich zeigt sich, dass sie durch eine ZufallsstrĂ€hne genau in eine Situation kommen, die eines ihrer Probleme löst.

Dazu der Planet der Magier, dessen Landschaft aus aktuellen TrÀumen von schlafenden Menschen besteht. Mit dem kann ich mich nicht anfreunden.


Dieses mal war der Hörgenuss nur mittelmĂ€ĂŸig. Vielleicht war das Thema aber auch nichts fĂŒr mich. Action gab es ja genug und ich kann auch nicht behaupten, dass das Hörspiel ĂŒberladen ist.

Thema: So, dann will ich auch mal ...
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14.09.2020 18:14 Forum: Vorstell-Ecke

Das sich hier immer noch regelmĂ€ĂŸig neue Leute anmelden. Toll. smile

Willkommen im Forum, Alex. Das ist die richtige Einstellung. Keinen Stress machen lassen und die Geschichten genießen. Irgendwann holst du schon auf.

Ich schreib mal wieder: Auch wenn du hinterher hĂ€ngst. Falls du zu den gelesenen Zamorras oder Dorian Hunter paar Zeilen schreiben und die Romane bewerten möchstest, nur zu. DafĂŒr sind die Rezi Threads ja da und bei Zamorra ist eh viel zu wenig los. großes Grinsen

Thema: Voting John Sinclair Nr. 2101 - 2120
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14.09.2020 18:09 Forum: Cover-Charts

FĂŒr mich keiner meiner Favoriten dabei. Die urige Galgenalm finde ich total öde, Platz 2 zu zweidimensional gezeichnet und Platz 3 ist mir zu sehr Grafikcover mit reingeklatschten Elementen.

Aber das ist ja das interessante an den Covercharts. Zu sehen, wie die unterschiedlichen GeschmÀcker sind.

Thema: John Sinclair-Romantitel-Vorschau
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14.09.2020 18:03 Forum: Sonstiges

Da scheinen bei JS noch Stellen frei zu sein. Was heißen könnte, dass wir von anderen Co-Autoren so bald nichts mehr hören. unglĂŒcklich

Aber ich freue mich ĂŒber jeden Neuzugang und bin auf den Stil gespannt.

Stefan Carl-McGrath hat vorab fĂŒr den JS Podcast eine Geschichte beigesteuert. https://www.youtube.com/watch?v=pP6vZdOFTMc

Davon abgesehen arbeiter er wohl beim Film als "digital lab supervisor", was auch immer das ist.


edit: Interessant. Ok, das sind die Podcastgeschichten, die einfach nochmal als Heft erscheinen.
und edit 2: Ah, er hat beim Kurzgeschichtenwettbewerb Platz 2 erreicht. Mal schauen, ob wir noch die Heschichten der anderen Gewinner als Heft bekommen. Langsam macht das alles Sinn. großes Grinsen

Thema: Vorschau PROFESSOR ZAMORRA
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14.09.2020 17:57 Forum: Frage und Antwort

Ich bin eher gespannt, ob der Roman dieses mal ohne "Lehrstunde", "Sozialdrama" oder "heikler Hintergrund, den sonst kein Heftromanautor anfasst" auskommt.

Könnte wieder ein TeenagermÀdchen mit traumatischen Problemen sein. Vielleicht in der Gothic Szene.

Thema: Voting John Sinclair Nr. 2121 - 2140
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13.09.2020 12:05 Forum: Cover-Charts

1) Nr. 2127 Angriff auf die Traumzeit
2) Nr. 2126 McBrides Rache
3) Nr. 2139 Im Tempel der Schlange
4) Nr. 2140 Böses Erwachen
5) Nr. 2135 Aus den Tiefen des Hades

Thema: Band 2200: Wo das Böse sich erhebt
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11.09.2020 19:31 Forum: JS2101-2200

Der Sturm auf das Kloster beginnt. Wir erinnern uns, es sind nicht nur ein paar angemessene Gegner. Nein, Marc Freund musste zum kleinen JubilÀumsband gleich tausende Skorpione und hunderte Skelettkrieger auffahren. Plötzlich sind es nur noch Dutzende.

Die GeisterjĂ€ger verbĂŒnden sich mit den DĂ€monen gegen Matthias, es ist eben eine Notlage. Zusammen mit Agash, die in alter Lady-X-Manier eine MPi in ihren HĂ€nden hielt. Welche KrĂ€fte hat die eigentlich? Einen Abklatsch von Pam Scott brauche ich echt nicht. Die Skorpione sind zwar noch vollzĂ€hlig aus dem ersten Teil anwesend Durch die Öffnung brach ein Heer von feuerroten Skorpionen, die sich wie ein Teppich auf dem Innenhof des Klosters ausbreiteten. Aber sie tun irgendwie nichts und werden erstmal ignoriert, bis man ein wenig unter den Skeletten aufgerĂ€umt hat. Bei der Anzahl wĂ€re es wohl auch schnell vorbei mit den Verteidigern gewesen.

Mit dabei sind zwei von Abes Agenten, weil er selbst gerade woanders beschĂ€ftigt ist und nicht helfen kann. So richtig hilfreich sind die aber nicht und die Sache scheint schnell entschieden. In der nĂ€chsten Sekunde spĂŒrte Suko, wie die scharfe Spitze der Waffe an seinem Kehlkopf aufgesetzt wurde! John kĂ€mpft verbittert und hat heftromantisch mehr GlĂŒck. Dort, wo ich mich eben noch befunden hatte, erzitterte jetzt ein Speer im Sand. Und auch Suko wird natĂŒrlich noch in allerallerletzter Sekunde gerettet.

Die Gruppe verbarrikadiert sich. Aus dramaturgischen und ĂŒberlebenstechnischen GrĂŒnden setzen die Feinde nicht nach. Es war die Ruhe vor dem großen Sturm. So zumindest kam mir die unnatĂŒrliche Stille vor, die seit zwei oder drei Minuten herrschte. Vor allem bei den kleinen Skorpionen kann ich mir nicht vorstellen, dass sie nicht irgendwelche Ritzen finden, durch die sie krabbeln könnten. Im nĂ€chsten Augenblick brachen die Platten auf, und eine Flut von feuerroten Höllenskorpionen brach daraus hervor. Wird aber auch Zeit. Na mal schauen, welches unerwartete Wunder die Charaktere jetzt rettet. Das Kreuz kann John ja nicht aktivieren, weil es sonst auch seine vorĂŒbergehenden VerbĂŒndeten brutzeln wĂŒrde. Ich war mir eigentlich sicher, dass die Viecher zumindest nicht giftig sind. Das wĂ€re bei der Vielzahl zu krass. Aber ich tĂ€usche mich. und es galt zudem als sicher, dass ein Stich mit einem der Stachel ausreichen wĂŒrde, um fĂŒr die hier anwesenden Menschen tödlich zu sein. Selbst bei den DĂ€monen war ich mir nicht sicher, wie die eine Verletzung durch eine der Höllenkreaturen wegstecken wĂŒrden. Ziemlich unrealistisch, dass da noch gar niemand gestochen wurde. So richtig verbarrikadiert hat man sich auch nicht, denn da zerbrechen schon die FensterglĂ€ser und die Skelette steigen darĂŒber ein. Ja, das ist tolle Action und alles ganz packend. Aber so geschrieben auch wahnsinnig unwahrscheinlich, dass es noch keine Opfer gab. Er verfehlte die Frau nur um Millimeter. Die Helden haben halt dauernd GlĂŒck, der Autor schreibt es schon passend. Mensch, das ist ein runder Roman. Da hĂ€tte man fĂŒr den Nervenkitzel wenigstens einen der Agenten oder einen Mönch draufgehen lassen können.

Schließlich entscheidet sich Marc Freund das Blatt zu wenden.. Dazu muss man ja nur den DĂ€monen neue FĂ€higkeiten geben. Agash steckt einen der tausend Skorpione mit einer ĂŒbertragbaren magischen Krankheit an. Dieser Prozess wĂŒrde vermutlich einen Großteil der Skorpionflut dahinraffen, aber es wĂŒrde viel zu lange dauern, bis alle Tiere infiziert und ausgelöscht waren. und Ty Frazier kann tödlichen Zigarettenrauch ausstoßen. Das Knochenheer des Satans wurde zusehends dezimiert. Auch fĂŒr die Skorpione war spĂ€testens an Fraziers Ring Endstation. und Wie es aussah, wĂŒrden wir diese erste harte Probe bestehen. Danke dem allmĂ€chtigen Autor, der seine Helfen vor jeder Gefahr beschĂŒtzen kann. Außerdem kommen sie ihrem Ziel nĂ€her. Die gesuchte Goldene Scheibe muss sich im Klosterbrunnen befinden.

Nach dieser actionreichen ersten RomanhĂ€lfte muss es natĂŒrlich noch spannend weitergehen. Deshalb taucht Asmodis persönlich bei Matthias auf. “Ich bin hier, um dir neue Mittel und vor allem Waffen an die Hand zu geben“ Und zwar “In diesen Kugeln befindet sich eine wirksame Waffe, gegen die kaum ein Feind gefeit sein dĂŒrfte. Es handelt sich um das Feuer der Hölle.“ Oh, Höllenfeuer, wie gefĂ€hrlich. Ist ja nicht so, als wĂŒrde die Aura von Johns Kreuz allein ausreichen, um es zu löschen oder zumindest alle in seiner unmittelbaren NĂ€he dagegen zu schĂŒtzen.

Man könnte jetzt also direkt nachsetzen, solange die Helden erschöpft und geschwĂ€cht sind. Aber “Nicht so hastig! Gönnen wir unseren Freunden doch noch ein wenig ihren Erfolg. Er wird von kurzer Dauer sein, was sie schon sehr bald bemerken werden.“ Wann lernen sie es endlich? Vermutlich nie, irgendwelche SchwĂ€chen mĂŒssen die Bösewichte ja haben und dazu zĂ€hlt ihre Arroganz oder ihr Sadismus, die Feinde leiden zu sehen, bevor sie sterben.

Indes steigen Frazier und Anahid den Brunnen hinab, um die Scheibe zu besorgen. Dabei kommen sie sich sogar etwas nĂ€her. “Du und ich ... wir sind beide Verstoßene der Hölle. Wir teilen gewissermaßen das gleiche Schicksal.“ Bitte keine weitere DĂ€monenromanze, dafĂŒr ist ein anderer Co-Autor zustĂ€ndig. Die goldene Scheibe wird bewacht und zwar von niemandem geringeren als Benal, dem Sohn von Kalifato. Von dem hat man noch nie etwas gehört, aber möglich wĂ€re das. Fragt sich nur, wie und wieso der in den Brunnen kam und untĂ€tig verharrte, als Daddy wieder aktiv wurde und schließlich seinen Tod fand.

Die beiden DĂ€monen versuchen verzweifelt, dem HĂŒter der Scheibe zu entkommen. Dass das Monstrum die beiden bekommen wĂŒrde, war im Grunde nur eine Frage der Zeit ... und der LĂ€nge des Schachts. Ach was, natĂŒrlich schaffen sie es ganz furchtbar knapp doch noch. Wobei Frazier sich doof verletzt. Ich registrierte, wie Frazier durch die Luft gewirbelt wurde und wie sein rechtes Bein beim Aufprall auf dem Boden mit einem knirschenden GerĂ€usch wie ein Streichholz wegknickte. Der HalbdĂ€mon schrie auf und blieb am Boden liegen. Es ist zwar immer noch niemand gestorben, aber zwei der dĂ€monischen VerbĂŒndeten hat es ordentlich erwischt. Dennoch muss man jetzt in der zweiten HĂ€lfte des Romans erstmal diesen Angreifer bezwingen.

Wieder sieht es erst nicht gut aus. Benal hingegen bĂ€umte sich ĂŒber mir auf. Ein grĂŒnlicher Speichelfaden klatschte mir ins Gesicht. Es war eine furchtbare Erfahrung, seinem Gegner auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein. Doch plötzlich geschah etwas, mit dem wohl keiner der Anwesenden noch gerechnet hatte. Wie aus dem Nichts heraus kam er angesprungen. In allerletzter Sekunde hat der Wendigo endlich das Kloster erreicht. Es kommt zum Western-Showdown der Monster. Wie auf ein stummes Kommando hin drehten sich die beiden Gegner einander zu, standen sich fĂŒr einen Augenblick gegenĂŒber. Beide starteten ihren Angriff in derselben Sekunde. Es endet in einem zweiten Sieg fĂŒr die ungleiche Gruppe im Kloster.

Es folgt eine neue Verschnaufpause, Matthias legt immer noch nicht nach. Also macht man sich daran, endlich die Scheibe zu bergen. Die Mönche werden evakuiert. Delray Doom und seine DĂ€monenkameraden folgen einen Tunnel im Brunnen. John und Suko verfolgen sie. Die beiden FBI-Agenten vermuten, dass der Tunnel in Richtung eines kleinen Ortes fĂŒhrt und fahren dorthin. Nur fĂŒr den Fall, dass es dort bald Ärger gibt.

Ich weiß nicht, warum Marc Freund das Border Patrol Duo eingebaut hat. Jedenfalls wurde der Vater am Anfang des Roman vom Wendigo gebissen. Damit hatte es sich. Jetzt ist er mit seiner Tochter am Kloster, weil sie dem Vieh nachgefahren sind. Sie wollen den Ur-Wendigo töten, damit er sich nicht selbst zum Monster verwandelt. So sind sie die dritte Gruppe, die dem Tunnel im Brunnen folgt. Hoffentlich tauchen sie nicht pĂŒnktlich zum Finale auf und sind irgendwie total ĂŒberraschend das ZĂŒnglein an der Waage, um den Helden zu helfen.

Als erstes erreichen die DĂ€monen das andere Ende des Tunnels. Ein Einkaufscenter. NatĂŒrlich. Genau das, was die beiden FBI-Agenten befĂŒrchtet haben und was eigentlich klar war. Man muss dem Finale ja ein wenig WĂŒrze verleihen. John und Suko schließen nach einem vierstĂŒndigen Fußmarsch auf. Hui, das muss sie ganz schön Kraft gekostet haben. Und jetzt sollen sie den Schacht hinauf? Die DĂ€monen hatten es einfach, der Wendigo hat sie einzeln hochgebracht. Wie sollen das nun zwei erschöpfte Menschen bewĂ€ltigen? “Ganz einfach“, sagte er, „ich werde auf deine Schultern steigen und versuchen, irgendwo da oben Halt zu finden. Und wenn ich oben bin, ziehe ich dich rauf. Irgendwie.“ Ja, irgendwie. Schließlich hat Suko noch irgendwo die Kraft, sich mit der DĂ€monenpeitsche das letzte StĂŒck hochzuziehen. Und er findet dort oben direkt eine praktische Leiter, die er John herunter lĂ€sst. HeftromanglĂŒck muss man haben. Wir blickten nach oben zu den Rolltreppen und erstarrten. Der Mann dort oben war niemand anderes als ... Matthias, der natĂŒrlich zum Finale nicht fehlen darf. Wird sich wohl her teleportiert haben oder so. Gerade hat er Agash getötet. Kein Verlust. Die war wirklich nur ein Ladx X Verschnitt und konnte nichts weiter, als mit ihrer MP herumballern. Einer weniger. Bevor es zur Konfrontation mit den GeisterjĂ€gern kommen kann, zieht Matthias sich zurĂŒck, wie er es so gern tut.

Inzwischen öffnet das Einkaufszentrum. Ratet mal, wer es als erstes betritt. Die Familie Roby, die in der 2199 von den DĂ€monen in ihrem Wohnmobil als Geißeln gehalten wurden, damit sie die Grenze ĂŒberqueren können. Was fĂŒr ein riesiger Heftromanzufall. Genau so wie ein Einkaufszentrum, das ausgerechnet ĂŒber der vergrabenen Scheibe aus der Hölle errichtet wurde. “Ihr Menschen seid schon eine merkwĂŒrdige Spezies. Ihr habt die Angewohnheit, euch genau dort anzusiedeln, wo es fĂŒr euch am ungesĂŒndesten ist.“ Da hat Delray Doom durchaus Recht. John und der DĂ€mon haben eine letzte Aussprache, bevor ihr Waffenstillstand hier endet. Ihr erhöht eure Überlebenschancen, wenn ihr die Menschen in der Mall zufrieden lasst. Ich will nicht, dass eine Panik ausbricht. Wie soll das denn gehen, bei der bunten Truppe mit einem Wendigo im GepĂ€ck? Das muss doch auffallen. Ich wollte es nicht schreiben, muss es jetzt aber. Langsam habe ich keine Lust mehr. Es gibt jetzt beim Finale zu viele Dinge, die Marc Freund sich passend zurecht schreibt. Wozu die Robys reinschreiben oder die anderen beiden Zivilisten, die ihnen jetzt im Tunnel folgen? Auf den ersten Blick ist das natĂŒrlich alles packend und bringt mehr Drama rein. Aber es ist meiner Meinung nach einfach kein gutes Konzept und macht keinen richtigen Sinn. Anahid trifft dann noch das Coby-MĂ€dchen, dem sie im ersten Teil einen Wunsch versprochen hatte, weil sie die Hexe fĂŒr eine Fee oder so gehalten hat. Mhh, ja. Hier beginne ich dann mal, auf den letzten Seiten gewisse Dinge schnell weg zu lesen.

Unter dem GlĂŒcksbrunnen der Mall versteckt sich die Scheibe. Hier treffen natĂŒrlich die Fraktionen aufeinander. Der Wendigo wird vom Höllenfeuer verschlungen. Doom und Frazier werden davon eingekesselt. Vom Cover weiß der Leser ja, zu welcher epischen Konfrontation es noch kommen muss. So erscheint nun der Spuk persönlich, der Matthias angreift und mit seiner Knochenlanze durchbohrt hĂ€tte, wenn nicht im letzten Augenblick auch noch Asmodis gekommen wĂ€re, um das zu verhindern. Nach einer kurzen Auseinandersetzung zieht sich der Spuk zurĂŒck. Asmodis will sich die Scheibe krallen, doch die ist nicht dort, wo sie sein mĂŒsste. John und Suko verlassen das Einkaufszentrum, wo sie nicht nur auf die beiden FBI-Agenten treffen, sondern auch auf die Vater und Tochter von der Border Patrol. FĂŒr den Mann ist es zu spĂ€t, er gibt seinen Trieben nach, will John in den Arm beißen und wird dafĂŒr mit dem Bumerang erledigt. Aha, toll. Der Ur-Wendigo hat das Höllenfeuer ĂŒberstanden und flieht. Zum GlĂŒck sind ja genau jetzt die FBIler angekommen, mit deren Wagen man das Biest verfolgen kann. Doch sie erwischen ihn nicht. Die Robys sind dem Tod im Einkaufszentrum nur knapp entkommen und dĂŒsten jetzt in ihrem Wohnwagen davon. Da taucht Delray Doom auf. “Das Einzige, was ich von Ihnen will ... ist das da!" Er deutete auf den pinkfarbenen Rucksack auf der Bank neben Casey. Darin befindet sich die Goldscheibe. Er ĂŒbergibt sie dem Spuk und haucht dann sein Leben aus. Frazier und Anahid bekommen auch ihr Happy End und fahren dem metaphorischen Sonnenaufgang entgehen. Die Hexe hatte der kleinen Casey einen telepathischen Befehl gegeben, hierher zu kommen und die Scheibe mitzunehmen. Es war also doch kein Zufall. Whatever. Es ist wieder einer dieser Romane, wo ich am Schluss einfach nur ausgelaugt bin. Kein befriedigendes GefĂŒhl eines rundum gelungenen Gruselabenteuers oder Herzrasen, wegen eines tollen Finales. Leider. Das Finale war einfach nur...ich will nicht sagen, dahingeschludert...das wĂ€re falsch. Aber hier merkte ich fĂŒr mich doch deutlich, wo Marc Freunds handwerkliche Grenzen sind. Ich bin aber auch ein anspruchsvoller Heftromanleser geworden, durch Serien wie Zamorra, Vampira oder andere Sinclairautoren.


Bis zum Finale hĂ€tte ich 7 Punkte oder mehr vergeben. Wie schon beim ersten Teil simple Gruselunterhaltung, die sich locker weglesen lĂ€sst und unkomplizierten Spaß macht. Aber bereits da gab es erste Durststrecken fĂŒr mich. So richtig gefreut habe ich mich auf das Finale nicht mehr. Es war eher ein gelassenes „mal abwarten“. Ich kann es auch nicht richtig beschreiben, aber der Showdown im Einkaufszentrum war dann fĂŒr mich nichts mehr.

Insgesamt ein GUTer Roman. großes Grinsen großes Grinsen großes Grinsen großes Grinsen großes Grinsen großes Grinsen Baff Baff Baff Baff (6,5 von 10 Kreuzen)

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